Der Medien-Zweig der al Qaida, Sahab-Media, hat Shaykh Ayman az-Zawahiri bezüglich der ISIS interviewt und veröffentlicht. Dieses Interview ist älter.
Frage: Es gibt eine Meinungsverschiedenheit zwischen euch und der ISIS und ihr habt beschlossen, sie aus euren Reihen zu vertreiben. Was ist der Grund dieses Entschlusses?
Shaykh Ayman: Man kann die Gründe in zwei Aspekte aufteilen. Der erste ist der Unterschied zwischen den beiden Glaubenswegen (Manhaj). Unser Manhaj zeichnet sich dadurch aus, dass wir uns auf den Kampf gegen den "Hubal dieses Zeitalters", nämlich Amerika und die Kreuzritter, und seine verräterischen Diener konzentrieren. Wir wollen die Ummah gegen sie (gegen Amerika) versammeln gemeinsam mit den genannten Gruppen gegen sie kämpfen und den (internen) Nebenkämpfen ein Ende geben. Zu unserem Manhaj gehört es, dass wir vorsichtig sind, was das Vergießen von Blut angeht. Wir vermeiden stets, Anschläge an Orten zu verüben, an denen höchstwahrscheinlich zu Unrecht Blut vergossen werden könnte; dazu gehören Stadtzentren, Märkte, Moscheen und belebte Straßen. Wir vermeiden sogar Anschläge zwischen den Gruppen der Mujahideen. Es gibt sehr viele Reden und Erläuterungen diesbezüglich von Shaykh Usamah, Shaykh Mustafa Abul Yazid, Shay Atiyya und Shaykh Abu Yahya (möge Allah mit ihnen barmherzig sein).
Ich habe auch diesbezüglich mehrere Reden gehalten und aus diesem Grund haben wir das Dokument "Generelle Anweisungen für den Jihad" herausgegeben. Eins der wichtigen Gründe, warum wir dieses Dokument veröffentlicht haben, war unsere Angst vor den Geschehnissen, die nun stattfinden. Jetzt, da die Flamme der Unruhe entfacht ist und lodernd brennt, hoffe ich, dass jeder versteht, vor welchen Gefahren dieses Dokument zu warnen versucht. Zugleich ist es für uns wichtig, die Ummah unter der Kalimatut-Tawhid1 zu versammeln und dafür zu arbeiten, dass die rechtgeleitete Khilafah wieder errichtet wird, basierend auf der Akzeptanz der Muslime und des Shura-Rats. Deswegen haben wir eine Gruppe gegründet, die den Islam unterstützt (Nusratul-Islam), um jeden, der für den Islam kämpft, unter einem einzigen Wort zu vereinen. Wenn wir aber eine Meinung vertreten würden, die die Ummah überfällt, ihnen ihre Rechte raubt, die Grenzen überschreitet und sie zertrampelt, wäre es für uns unmöglich, die Ummah unter einem Wort zu vereinen.
Der zweite Aspekt ist; Sie (ISIS) halten sich nicht an die Grundlage der Zusammenarbeit.
Frage: Zum Beispiel?
Shaykh Ayman: Zum Beispiel, dass sie Staaten bzw. Provinzen verkünden, ohne sich eine Erlaubnis zu holen oder zumindest bescheid zu geben oder eine Ankündigung zu machen. Die Führer (der al Qaida) hatten z.B auch angewiesen, dass die Präsenz der al Qaida in Sham nicht offen verkündet werden sollte. Das war eine Sache, die auch mit den Brüdern im Irak so abgemacht wurde. Aber wir wurden (unangenehm) überrascht, als dies verkündet wurde (dass die al Qaida in Syrien präsent ist). Diese Verkündung war eine lang ersehnte Gelegenheit für Amerika und das syrische Regime.
Dann kam das Volk von Sham und die normalen Bürger fingen an, zu fragen: "Was will die al Qaida machen? Bringen sie Truppen, um gegen uns vorzugehen? Wollen sie Amerika auf uns hetzen, reicht es denn nicht, dass wir Bashar am Hals haben?" Und sie halten sich nicht an die Entscheidungen der Führer (von der al Qaida) in Bezug auf die Verteilung der Aufgaben und das Beenden der Kriege, die durch diese Fitnah (Unruhe) entstanden sind.
Eins der wichtigsten Gründe, warum wir in dieser Angelegenheit bezüglich Sham Jabhat al Nusrah und ISIS voneinander trennen und erläutern, dass Jabhat al Nusrah unser Vertreter in Syrien ist, ist die Angst vor dieser blutigen Fitnah, durch die das Blut tausender Mujahidin vergossen wird. Ich hoffe, dass jeder eine Sache begreift; Hätte man auf diese Unterteilung (zwischen Nusrah und ISIS) geachtet, wäre es möglich gewesen, das Blutvergießen zu stoppen und die Muslime hätten sich darauf konzentrieren können, den eigentlichen Feind zu bekämpfen, anstatt sich gegenseitig umzubringen. Es gibt noch eine sehr wichtige Sache.
Frage: Was ist diese Sache?
Shaykh Ayman: Die al Qaida ist erst einmal eine Botschaft durch die Gnade Allahs, und dann eine Organisation. Shaykh Usamah und seine Brüder bei der Qaidatul-Jihad haben sich diesbezüglich sehr viel Mühe gegeben. Es wäre sehr nützlich und schön, wenn ihr euch die Schriften von Shaykh Usamah und seine Briefe, die er seinen Brüdern schrieb und die bei Sahab Media gespeichert sind, näher anschauen könntet.
Das Wichtigste ist, dass die al Qaida zuerst einmal eine Botschaft durch die Gnade Allahs ist und dann eine Organisation. Wenn wir diese Botschaft als negativ zeigen würden, würde das bedeuten, dass wir verloren haben, selbst wenn wir finanziell und organisatorisch stärker und größer werden würden. Denn dann würden wir bei unserer eigentlichen Aufgabe versagen. Wir würden es dann nicht schaffen, die Ummah dazu zu bringen, gegen den Feind zu kämpfen, um die Shariah einzuführen und die Khilafah wieder zu errichten. Es wäre viel besser, wenn wir nur 10 Leute wären, die der Ummah ein gutes Beispiel sind und dessen Worte und Taten miteinander harmonieren als wenn wir zigtausende wären, die mit ihren Taten den Hass der Ummah ernten und vor denen alle fliehen.
Wie kann die Ummah uns vertrauen, wenn sie sieht, dass wir uns wegen Kriegsbeute streiten, bevor wir erst einmal die Sicherheit gewährleisten; dass wir die Rechte der Besten und Vorzüglichsten unter uns bei der Shura und in der Führung missachten? Wenn sie sehen, dass wir uns in einen Kampf begeben, in der die Ehre, das Blut und das Hab und Gut der Mujahideen verachtet werden; und die Früchte des Jihad verloren gehen, bevor sie überhaupt richtig ausreifen, nur weil einige Unwissende sich daneben benehmen und nach ihren eigenen Köpfen voreilige Entscheidungen treffen?
Was wird uns die Ummah sagen? Wie sollen sie uns vertrauen? Ganz im Gegenteil; So geben wir den Feinden die perfekte Gelegenheit, unseren Namen und unseren Ruf in Verruf zu bringen. Die Laizisten und amerikanisierten Leute werden sich dem Volk zuwenden und sagen: "Schaut! Schaut nur, was die Mujahidin sich gegenseitig antun! Was würden sie dann erst mit euch machen?"
Ihr habt bestimmt gehört, dass Hasan Nasrallah an der Seite des syrischen Regimes kämpft und das Regime mit der Begründung unterstützt, dass er das syrische Volk angeblich vor den Verbrechen der "Takfiris" (Übertreiber im Takfir) bewahren möchte. So rechtfertigt er sich.
Frage: Und warum habt ihr die ISIS zuvor gelobt?
Shaykh Zawahiri: Ich und meine Brüder haben sie aufgrund ihrer guten Taten, die sie verrichtet haben, gelobt und gleichzeitig haben wir versucht, ihre Fehler, die sie in anderen Angelegenheiten hatten, zu verbessern.

Excellent
YanıtlaSil