8 Aralık 2015 Salı

Islamisches Rechtsgutachten (Fatwa) von Scheich Abu Munzir asch-Schanqiti

fatwa-Khalifat

(Auszüge aus:) Die Verkündung des Kalifats auf der Waage der Scharia

Wenn heute die Vereinigung der Muslime unter einem Führer praktisch unmöglich ist, dann ist es erlaubt, an jedem Ort, den die Muslime besitzen, einen Führer einzusetzen. Daher gibt es keine Einwände gegen die Errichtung eines islamischen Emirats in Somalia, Azawad, Libyen, auf der arabischen Halbinsel oder im Irak, wenn die Vereinigung unter einem Führer verhindert wird. Wenn jedoch die Vereinigung der Muslime unter einem Führer möglich ist, dann ist die Spaltung und Teilung der Emirate nicht erlaubt. Vielmehr ist es dann für alle Emirate eine Pflicht, sich dem zu unterwerfen, dem als erstes der Treueid gegeben wurde und in diesem Fall ist es Amir al-Mu‘minin Mullah Omar (möge Allah ihn beschützen).

Nach dem Fall des letzten islamischen Khalifen ist er in der Tat der erste Scharia-Konforme Führer, dem gemäß der Scharia ein rechtmäßiger Treueid auf der Basis von Koran und Sunna geleistet wurde: Amir al-Mu’minin Mullah Omar.

Und dieser Eid ist rechtmäßig und ein scharia-konformer Eid, dem keine anderen Eide vorausgegangen waren. Damit werden bei ihm (Mullah Omar) die Bedingungen des Khalifen bestätigt, auch wenn er das Kalifat nicht verkündet hat, da das Kalifat wechselweise mit einem Eid einhergeht. Und daher ist der Treueid, der Amir al-Mu’minin Mullah Omar gegeben wurde, noch immer rechtmäßig und gültig und es schadet ihm nicht, dass die Ungläubigen den Großteil Afghanistans besetzt haben. Denn da die Macht bzw. die Autorität keine Bedingung für die Existenz und Präsenz des Eides ist, ist die Inexistenz der Macht kein Hindernis für das Vorhandensein des Eides. Und aus diesem Grund ist jede Emirate, die nach der Taliban-Emirate gegründet wurde, dazu verpflichtet, ihnen (der Taliban) zu gehorchen und sich ihnen zu unterwerfen. Der Beweis dafür ist der Hadith des Propheten: 

„Haltet den Eid gegenüber dem Ersten und danach allen Nachfolgenden ein“
Und jeder, der danach behauptet, dass er ein größeres Anrecht auf diese Sache hat (d.h. Kalif zu sein), ohne einen vorausgegangen Eid, so ist er einer, der fremdes Recht raubt.

Manch einer wird uns vielleicht damit widersprechen, dass die Bedingung der quraischitischen Herkunft bei Amir al-Mu’minin Mullah Omar nicht erfüllt ist. Neben den Aussagen der Gelehrten über diese Mas’ala sagen wir: diese Bedingung war unerfüllbar, was die Taliban betrifft, jedoch haben sie dennoch eine islamische Emirate etabliert. Sie gaben den Treueid jenem, der dem am würdigsten war und am meisten die Bedingungen eines Khalifen erfüllt hat. So ist ihm auf dieser Basis der Treueid gegeben worden. Und die anderen Muslime folgen ihnen darin.

Die Fehler, die von den Brüdern von ISIL begangen wurden, anlässlich ihrer Verkündung des Kalifats:

1. Proklamation des Kalifats und des Kalifen Scheich Abu Bakr al-Bagdadis, während bereits vor ihm (ein scharia-konformer) Treueid an Amir Mullah Omar geleistet wurde. Also wenn Scheich Abu Bakr al-Bagdadi im Allgemeinen den Treueid an Scheich Zawahiri geleistet hat, so ist es ihm keinesfalls erlaubt, sich selbst zum Kalifen zu ernennen noch sich selbst als solchen zu erachten.Wenn er jedoch keinen Treueid an Scheich Zawahiri geleistet hätte, selbst dann ist der Treueid, der an Amir Mullah Omar geleistet wurde, seinem zuvor gekommen. Deshalb ist es ihm (Bagdadi) nicht erlaubt, außer dass er sich ihm (Mullah Omar) unterwirft.

2. Der Sinn und Zweck des Kalifats ist die Vereinigung des Wortes und die Abschaffung der Unterschiede und deshalb muss Rücksicht auf die Dinge genommen werden, die dieses Ziel während der Verkündung des Kalifats erreichen lassen. Allerdings kam die Ernennung von Scheich Abu Bakr al-Bagdadi zu einem Zeitpunkt der tiefen Spaltung zwischen den Mujahedin und ist nicht das Ergebnis einer Schura (Beratung), die Allah befohlen hat. Wenn es die Möglichkeit zur Shura gibt, kann eine Gruppe, die den anderen widerspricht, nicht einfach mal unabhängig von den anderen solche Schritte machen. So scheint das äußere Erscheinungsbild der Proklamation mit dem Ziel der Entfernung und Ablehnung bestimmter Gruppen verbunden zu sein, um dann gewaltsam diese Gruppen, die der ersten Gruppe widersprechen, zur Gehorsamkeit zu zwingen.Und dies führt nur zu noch mehr Uneinigkeit und treibt sie noch tiefer.Was die Katastrophe noch größer werden lässt, ist, dass die Brüder von ISIL – und sie sind die Betreiber dieser Initiative – eine Person aus ihrer Gruppe gewählt haben. Wenn sie eine Person gewählt hätten, die nicht aus ihrer Gruppe ist, so wäre dies viel näher am Erfolg.

3. Als ISIL das Kalifat verkündete, taten sie dies in einer Art und Weise, als ob es in den islamischen Ländern keine einzige scharia-konformes Emirate gäbe! Die ISIL hat sich mit der Emirate der Taliban weder beraten noch sich mit ihnen verbunden. Warum? Ist es vielleicht deshalb, weil die ISIL die Taliban nicht als rechtmäßige scharia-konforme Emirate ansieht Und wenn die ISIL die Taliban als rechtmäßige scharia-konforme Emirate ansieht, mit welcher Logik lehnt die ISIL die Taliban ab und entzieht ihnen die Legitimität ihrer Emirate und sagt zu dessen Anhängern: „Gebt mir den Treueid“? Wenn das Ziel die Vereinigung der Muslime in einer einzigen politischen Existenz ist, warum hat ISIL sich nicht selbst aufgelöst und die Gehorsamkeit bzw. die Unterwerfung gegenüber der Taliban verkündet, um für die Entwicklung und den Aufstieg der islamischen Kalifah mitzuwirken?!Welche islamische Fiqh-Regel gibt der ISIL das Recht, die anderen Emirate, die ihnen vorausgingen, aufzuheben?

4. Die Brüder von der ISIL haben einen Fehler gemacht, als sie dazu aufgerufen haben, alle vorausgegangen Eide zu verwerfen; und sie haben einen Fehler gemacht, als sie die anderen Mujahedin dazu angestiftet haben, Ungehorsamkeit und Eidesbruch gegenüber ihren Führern zu begehen! Tatsächlich kann ein solcher Aufrufs eine gewaltige und unvorstellbare Fitnah auslösen, wenn ihm einige der Mujaheddin folgen, während andere sich ihm widersetzen.Oh ihr Muslime: In der Tat ist der Eid ein Teil von dem Glauben, mit dem wir Allah anbeten, und es ist ein gewaltiger und bedeutender Vertrag. Aber heute spielen einige Muslime mit dem Eid und du siehst sie, wie sie heute dieser Gruppe den Treueid geben. Wenn ihm diese dann nicht gefällt, so geht er zu einer anderen Gruppe und gibt ihr den Treueid. Irgendwann gefällt ihm diese Gruppe auch nicht mehr und er sucht nach einer dritten Gruppe; und so führt er das Hin und Her zwischen dem geben des Eides und dem Brechen des Eides fort. Und so verlor der Eid seinen Stellenwert und die Ehrfurcht bei den Menschen. Ebenfalls verlor er sein Grundmerkmal, und das ist, sich dem Amir nicht zu widersetzen und ihm gegenüber nicht zu rebellieren. Daher fürchtet Allah und seid standhaft und unerschütterlich in euren Eiden und spielt nicht mit eurem Glauben.

Und letztendlich sage ich: Dies (was ich schrieb) ist keine politische Position, sondern eine Scharia-Regel. Und wir schmeicheln niemandem auf Kosten von Allahs Scharia. Im Gegenteil, wir sagen das, was wir gelernt haben und was wir glauben. Wenn dies nun richtig ist, so ist es nur von Allah, dem Allhöchsten. Wenn es aber falsch ist, so ist es nur von mir selbst und vom Shaytan. Allah und sein Gesandter sind davon frei.

Und Allah weiß es am besten und alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.

Arabisches Original: http://justpaste.it/kil-mon

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