17 Aralık 2015 Perşembe

"Es wird nicht genügen, dass Assad geht"

Wir stellen euch ein Interview mit dem Führer von Ahrar al Sham vom 26.12.2014 vor, da dieses Interview wichtige Informationen mitteilt.
Der neue Kommandeur der Ahrar al Sham (eine der stärksten Gruppen in Syrien) hat gesagt: "Mit allen Gruppen, die die Unterdrückung Assads und jenen, die das Regime repräsentieren, unterstützen, muss abgerechnet werden. Alle Mörder müssen (für ihre Taten) gerade stehen."
Abu Jabir, der neue Führer der Ahrar al Sham, eine der größten Widerstandsgruppen in Syrien, sprach zu Aljazeera.
Abu Jabir wurde als neuer Führer an Stelle von Hasan Abbud, der während des Anschlags auf das Soldatenquartier des Ahrar al Sham in Idlib, am 9. September 2014 zum Märtyrer wurde, gewählt. Nebenher starben während desselben Anschlags 46 Führungskräfte den Märtyrertod.
Al Jazeera sprach mit dem neuen Führer Abu Jabir im Quartier der Ahrar al Sham, in der syrischen Stadt Idlib. Abu Jabir sprach über die in letzter Zeit immer öfter stattfindenden internationalen Treffen bezüglich der Syrien-Krise, über die Abgleiche im Raum Syrien und erläuterte die Strategie der Gruppe.
Reporter: Wie sehr hat euch das Märtyrertum ihres Führers und ihrer Kommandeure berührt und warum fand bisher keine Auskunft über den oder die Attentäter des Bombenanschlags statt?
Abu Jabir: Der Schlag gegen unsere Bewegung war gewaltiger als ein Schlag gegen irgendeine andere Bewegung auf dieser Erde. Unsere Bewegung wurde erst vor Kurzem gegründet, es sind noch nicht ein paar Jahre her. Es war ein härterer Schlag als der, der Hamas traf (das Märtyrertum von Ahmet Yasin und Dr. Rantisi). Alhamdulillah, dieser Schlag hat die Bindung der Bewegung zu seinem Lebensziel gestärkt und veranlasste dazu, neue Truppen zu bilden.
Nach dem Anschlag verstärkte sich die Verbindung der Mujahidin zueinander sehr. Mit Allahs Erlaubnis hat unsere Bewegung seine Wunden versorgt und dies haben wir mithilfe unserer mit Wissen und militärischer Erfahrung ausgestatteten Brüder geschafft, die dem neuen Führer gegenüber ihre Treue gezeigt haben. Die wissens-und erfahrungsreichen Truppen wurden beauftragt, das Fundament unserer Bewegung erneut zu schaffen. Der Schlag gegen die Bewegung veranlasste, dass die Bewegung mit ihrer neuen Form als eine Organisation, die regulär kooperative Konzepte durchführt, nochmals geboren wurde. Ich kann sagen, im Augenblick sind wir stärker als je zuvor.
In Anbetracht des Bombenanschlags auf unsere Märtyrer gibt es momentan keine genaue Auskunft, da der Angriff sehr gut geplant war und auf internationale Geheimdienstorganisationen zurückzuführen ist. All unsere Brüder, die sich während des Anschlags vor Ort befanden, wurden Märtyrer, nur einer hat überlebt. Den Tatortuntersuchungen und der Aussage des den Angriff überlebenden Bruders nach, stellt sich heraus, dass eine außenstehende Macht den Angriff verübt haben muss. Ermittlungsgemäß wäre es im Augenblick nicht richtig, die Informationen, die wir erhielten, um die Täter zu ermitteln und um die Anstifter dieser Tat zu erreichen, zu veröffentlichen.
Reporter: In letzter Zeit ist von Angriffen seitens der USA und der Koalitionen, darunter auch des IS auf die Quartiere von Ahrar al Sham und Jabhat al Nusrah die Rede. Wie bewerten Sie die Angriffe und welche Maßnahmen ergreifen Sie?
Abu Jabir: Nach dem überraschenden Angriff der Koalitionen ist die Strategie der Bewegung, Maßnahmen zu ergreifen und behutsam zu sein. Wir können nicht wissen, wann der zweite Angriff stattfinden wird. Hätten die Koalitionen wirklich die Absicht, dem Volk zu helfen, so müsste das Assad Regime, das ohne wenn und aber das Volk angreift, die Untergruppen eliminiert und sogar Chemiewaffen einsetzt, zur Zielscheibe werden.
Dass das Regime chemische Waffen einsetzt, müsste für die internationale Gesellschaft einen ausreichenden Grund darstellen, sich von dem Regime zu trennen und die Widerstandsgruppen zu unterstützen, die das Regime bekämpfen und eine gerechte Weltordnung schaffen werden, nachdem sie das Regime gestürzt haben.
Reporter: Wie ist ihre Sicht zu dem Plan von Steffan de Mistura, dem UN-Gesandten von Syrien?
Das Projekt von Mistura oder anderen, ist eine Art von Projekten, die die Bewahrung und die Förderung des Regimes beabsichtigen. Wir wollen nicht nur, dass Bashar geht. Wir sehen Bashar und das Regime, das er vertritt, samt des Gesetzes und Regelungen als einen Tyrann und einen Mörder an. Wir wollen ihn vernichten. Es reicht nicht, dass Bashar nur geht. Wir sagen, dass der Mörder Assad, der unser Volk tyrannisiert, jene, die seine Tyrannei unterstützen und alle Gruppen, die sein Regime repräsentieren, Rechenschaft ablegen müssen. Die Lösungsvorschläge Misturas sind Lösungen, die die Förderung des tyrannischen Regimes mit sich bringen und die wahren Mörder nicht zur Rechenschaft ziehen. Die Aufopferungen, die unser Volk während des Widerstands erbrachte, können nicht durch Assads Rückzug entschädigt werden. Alle Mörder müssen sich vor unserem Volk verantworten. So denken wir. Hieraus folgt, dass derartige Projekte unsererseits abgewiesen werden.
Unsere Tür steht offen für politische Lösungen, durch welche dieses tyrannische Regime samt seiner Struktur, seinem Aufbau, seinem Anstalt und all seinen Elementen gestürzt wird und die Mörder vor dem Volk gerade stehen müssen. Ansonsten sehen wir alle Projekte als einen Verrat gegenüber den Aufopferungen unseres Volkes an und akzeptieren diese nicht.
Reporter: Aleppo ist kurz davor, besetzt zu werden und hierfür schlägt De Mistura vor: "Wir melden, dass der Krieg in den Gebieten von Aleppo gestoppt wurde. Die Widerstandskämpfer und auch das Regime sollen währenddessen nichts unternehmen. Lasst es uns sechs Monate versuchen. Wir beginnen mit Aleppo und führen den gleichen Plan für Homs und Hama durch." Welche Nachteilte ergeben sich aus dem Vorschlag für Sie?
Abu Jabir: Die Idee eines gestoppten Krieges von De Mistura und den anderen passt nicht zu unserer militärischen Strategie auf diesem Gebiet. Unserer Strategie nach soll am Ende des Widerstands des Volkes und des Krieges gegen das tyrannische Regime das Regime gestürzt werden. Es ist unsere oberste Priorität, dem Volk ein Leben in Sicherheit und Ruhe fernab von Unterdrückung, Zerstörung und Verzweiflung zu gewährleisten. Nach unserer Ansicht dient die Idee des gestoppten Krieges dem Regime, und dazu, ihm eine Zeit zu gewähren, seine Strategie erneut zu entwickeln. Wir finden, dass diese Idee dem Widerstand schaden und keinen Nutzen bringen wird. Die Phase zu verlängern dient dem Nutzen des Regimes. Die derzeitige Situation zeigt Gott sei Dank, dass wir sehr stark in Halab und in anderen Orten sind. Dass der Widerstand für einen Moment zum Stocken kommt und der Schein des langsamen Vorangehens sind nur eine Etappe der Vorbereitung, um die Ziele, welche das Augenmerk des Widerstands sind, zu erreichen. Die Idee, den Krieg (vorgeblich) zu stoppen, bringt dem Widerstand keinen Nutzen, es schadet ihm. Solange wir Waffen besitzen, solange wir mit Allahs Erlaubnis stark sind, werden wir solche Ideen nicht akzeptieren. Jetzt wird es Zeit für uns, uns aneinander zu klammern, es ist an der Zeit, eine Einheit zu werden und wir sind dabei, dafür gemeinsam mit den anderen Widerstandsbewegungen Vereinigungsprojekte durchzuführen. In den gemeinsam mit den Widerstandsbewegungen gebildeten Operationsräumen wird viel Mühe gegeben, um das Regime aus Aleppo auszutreiben und die Belagerung seinerseits zu verhindern. In sha Allah werdet ihr in den kommenden Tagen Nachrichten hören, die dies bekräftigen.
Reporter: Die Opponenten haben nach einer langen ruhigen Phase wichtige Gebiete in Idlib, wie Wadi Daif und Hamidia erobert. Werden Operationen dieser Art und ähnliche in Zukunft an Geschwindigkeit zunehmen?
Abu Jabir: Wadi Daif war seit der Gründung unserer Bewegung unser Zielgebiet. Die Islamische Bewegung Ahrar al Sham führt die militärischen Operationen fort, um ihre Ziele zu verwirklichen. Wadi Daif ist das Ergebnis davon, dass unsere Bewegung seinem Lebensziel treu geblieben ist und dass die Gruppen, die an der Operation teilgenommen haben, Schulter an Schulter gekämpft haben. Ebenso ist es das Ergebnis von unserem treuen Volk, das Treue gezeigt hat, um an seine Ziele zu gelangen. Folglich ist es nicht das Ende, sondern nur eine Stufe unseres heiligen Kampfes. Dieser Kampf wird weitergeführt, bis das Regime samt seiner gesamten Struktur und seinen Austattungen gestürzt wird.
Reporter: In letzter Zeit ist zu sehen, wie die Aufmerksamkeit der USA und der anderen westlichen Mächten auf das syrische Gebiet zunimmt. Man ist auf ein neues Konstrukt eingegangen, das diesbezüglich gebildet wurde und hat Spenden an die Widerstandsgruppen, die in Syrien kämpfen, organisiert. An welcher Stelle wird sich Ahrar al Sham in diesem Konstrukt befinden?
Abu Jabir: "MOK", welches ein amerikanisches Projekt ist, oder andere; die islamische Bewegung Ahrar al Sham wiegt diese Projektinhaber auf verschiedenen Wagen und ist aufgrund ihrer durchschaubaren Politik vorsichtig gegenüber ihnen. Die USA schützt gemäß seiner Politik seinen wirtschaftlichen Nutzen. Also trauen wir solchen Projekten nicht allzu sehr. Denn ihre Ziele sind nicht die Interessen anderer Menschen, sondern ihre eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen. Gegenüber solchen Projekten versuchen wir, vorsichtig zu sein. Uns ist bewusst, dass durch derartige Projekte internationale Mächte geheime Informationen erfassen werden und in der Region Informationen erfassen werden, die erforderlich für imperialistische und zionistische Projekte sind.
Reporter: Nachdem Sie die Vereinigung zwischen Ahrar'ush Sham Islamische Bewegung, Kurdisch-Islamische-Front und Homs-Liwa-Haqq (die wahren Truppen) verkündet haben, gibt es seitdem Ansichten dazu, dass die Islamische Front beendet werden soll. Besteht diese Wahrscheinlichkeit wirklich?
Abu Jabir: Die Islamische Front ist eine tiefgehende Ansicht und ein entwickeltes Projekt. Unsere Brüder erhofften sich aus ihr ein Ummah-Projekt. In sha Allah bemühen sich unsere Brüder an der Front.
Die Kurdisch-Islamische-Front, Liwa al-Haqq und Ahrar-ush Sham Islamische Bewegung haben sich vereinigt und sie sind ein Teil, aus mehreren Teilen, aus denen die Islamische Front besteht. Und dies ist der Beweis dafür, dass die Front mit Allahs Segen funktioniert. Wir hoffen, dass die Front al-Islamiyya mit Allahs Erlaubnis weiterhin als eine Einheit verbleiben wird. Wir bitten Allah darum, dass er die Phase, die die Front al-Islamiyya eröffnet hat, mit Khair segnet. Wir bitten Ihn, unseren Brüdern von der Front, bei dem Erreichen ihrer Ziele, Standhaftigkeit zu schenken. Das oberste Ziel der Islamischen Front ist der Absturz des Regimes und dass die sunnitischen Reihen bei dem syrischen Widerstand eine (einzelne) Reihe werden.
Wir wollen in keine Konftlikte geraten, die uns von dem Kampf gegen das Regime hindern könnten. Der Krieg gegen das Regime ist unsere oberste Priorität. So gut es uns gelingt, möchten wir nicht in Kämpfe geraten, die den Krieg gegen das Rejime verhindern könnten. Wir werden es niemandem erlauben, Unruhe auf diesen Gebieten zu stiften. Generell haben wir uns gegen die Unruhen des Regimes oder von anderen gewährt. Dies ist unsere religiöse Verpflichtung und unterliegt unserer Verantwortung gegenüber das unterdrückte syrische Volk und gegenüber unseren Prinzipien, um ihretwillen wir in den Kampf ziehen.
Reporter: An welchen Fronten seid ihr, Ahrar-ush Sham, im Raum Syrien aktiv?
Abu Jabir: Unsere Quartiere befinden sich an warmen, sowie an kalten Fronten. Die Mujahidin dieser Bewegung haben sich vom Süden bis zum Norden Syriens verbreitet. Unsere Brüder führen im Süden Syriens, in Dera und Kunaitira, und im Süden von Sham, in Guta und Kalamun, Operationen durch. Zur selben Zeit befinden wir uns im Norden, ländlich von Homs. Ländlich von Idlib und Homs befindet sich eine Vielzahl an Mujahidin unserer Bewegung. Nach der Wadi Daif Operation haben sich unzählige Mujahidin der Bewegung nach Aleppo begeben, um ihre Geschwister zu unterstützen.
Mit ihrer instutionellen Struktur führt unsere Bewegung ihr militärisches und ziviles Dasein fort. Mit zivil meine ich, dass ein Konstrukt erstellt wurde, das in allen Gebieten Syriens Dienstleistungen erbringt.
Die Bewegung arbeitet gemeinsam mit anderen Gruppen an dem Bau von Schariagerichtshöfen, die die Menschen von Verachtung schützen sollen.
Reporter: In letzter Zeit ist von einem Lösungsplan für Syrien, ähnlich wie das Abkommen von Dayton in Bosnien, die Rede. In diesem Plan ist eine Landkarte vorgesehen, die aus den 3 Teilen, den Sunniten, den Aleviten und den Kurden besteht. Wie wäre eure Haltung gegenüber einem solchen Plan?
Abu Jabir: Eins unserer obersten Ziele ist der Schutz der Grenzen Syriens und der Strukturen, die ein Volk enstehen lassen, und uns von keinem einzigen Teil unseres Landes und unseres Volkes zu trennen. Wir akzeptieren die Zerteilung dieses Landes in keinster Weise. Syrien ist samt seinen Böden, seinen Gesellschaften das Eigentum dieses Volkes. Wir wissen, dass eine Zerteilung dafür gedacht ist, um unser Volk zu schwächen. Wir akzeptieren das ganz gewiss nicht. Um unser Land und unser Volk zu beschützen, und um unsere Interessen zu verteidigen, werden wir bis zu unserem letzten Bluttropfen kämpfen. Wir verweigern jedes Projekt, das unser Land und unser Volk spalten könnte.
Yılmaz Bilgen/ Al Jazeera

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