2011 hat die syrische Revolution angefangen; seitdem haben über 200.000 Menschen ihr Leben verloren und zehntausende wurden verletzt. Über 3 millionen Menschen haben ihre Heimat verlassen müssen. Fremde Kämpfer aus aller Welt strömen nach Syrien, um gegen den blutigen Diktator Assad zu kämpfen.
Ein Mujahid, der seinen Namen nicht nennen möchte und der in Tschetschenien gegen die Russen gekämpft, hat ist auch nach Syrien gereist, um an dem Kampf gegen Assad teilzunehmen. Der Grund des lang andauernden Krieges in Syrien und der Misserfolge der Rebellen gegen Assad ist die Fitnah zwischen den Gruppen in Syrien, betont Muslim Shishani, Führer der Jund-ush Sham. "In Syrien gibt es nicht viele fähige Kommandeure. Hier werden die Leute, die viel Geld und Männer haben, zu Kommandeuren. Sie wollen nicht, dass die fähigen und kompetenten Personen die jeweiligen Aufgaben übernehmen und verhindern dies mit verschiedenen Intrigen. Da die Aufgaben nicht den kompetenten Personen überlassen werden, gibt Allah uns kein Sieg."
Reportage mit Muslim Shishani:
Können Sie sich bitte vorstellen?
In dem ersten Tschetschen-Russen-Krieg, als die Russen uns angegriffen hatten, ohne zwischenFrauen, Männern und Kindern zu unterscheiden und ohne jegliche Menschenrechte zu beachten , war ich noch ziemlich klein. Als der zweite Tschetschenen-Russen-Krieg durch die Pläne der Verräter und deren Fitnah nochmal angefangen hatte, habe ich mich an die alten Zeiten erinnert. Genau zu dem Zeitpunkt wurde ich von vielen erfahrenen Kommandeuren unterrichtet. Meine erste Ausbildung habe ich von Khattab aus dem arabischen Golf bekommen. Ich bin verheiratet und habe Kinder.
Warum und wann sind Sie nach Syrien gekommen?
Ich wurde in Kaukasien verletzt und kam nach Georgien, um mich behandeln zu lassen. Nach meiner Genesung wollte ich wieder zurück nach Tschetschenien. Aber auf unserem Rückweg gab es ernste Probleme. In dieser Zeit haben einige Geschwister, die uns kennen, gesagt, dass es in Syrien einen Bedarf an erfahrenen Personen gibt. Als ich im Fernsehen sah, was in Syrien geschah, ist mir all das eingefallen, was die Russen uns angetan hatten; und so sind wir vor 2,5 Jahren nach Syrien gekommen.
Wie sind Ihre Beziehungen zu den anderen Gruppen?
Ich bin in viele Länder gereist. Das syrische Volk ist sehr rein und gutmütig. Sie vertrauen uns. Als wir neu hergekommen waren, war die Anzahl der Muhajireen (Zuwanderer) sehr gering. Die Mehrzahl der Kämpfer waren Ansar (Einheimische). Sie haben den Widerstand begonnen. Und wir sind gekommen, um ihnen zu helfen.
Warum gibt es so viele Gruppen? Warum hört die Fitnah zwischen den Gruppen nicht auf?
Um die Fitnah zu beenden, muss man die Aufgaben den Kompetenten überlassen. Es gibt zwei Gründe, warum der Sieg nicht kommt:
1- Weil es keine erfahrenen Kommandeure gibt.
2- Weil es Kommandeure gibt, die nach der Eroberung einiger Gebieten nicht mehr weiter voranschreiten wollen.
2- Weil es Kommandeure gibt, die nach der Eroberung einiger Gebieten nicht mehr weiter voranschreiten wollen.
Was denken Sie über die Einmischung Amerikas?
Es wäre sehr falsch, wenn die Muslime etwas Gutes von Amerika erwarten würden. Wenn Amerika dem syrischen Volk helfen wollen würde, hätte sie es schon längst getan. Niemals soll Hilfe von Amerika erwarten. Die Ungläubigen achten nur auf ihren eigenen Nutzen und das Nutzen anderer interessiert sie nicht. So, wie wir gegen Assad kämpfen, so werden wir auch gegen jeden anderen kämpfen, der das syrische Volk unterdrückt.
Was sagen sie darüber, dass Amerika Sie auf die Terror-Liste fügte?
Wir sind hierher gekommen, um dem syrischen Volk, das uns aufgenommen hat, zu helfen. Ich bin hier, weil ich denke, dass ich diesem Volk Nutzen bringen kann. Wenn Amerika gegen dieses Volk ist, sind die Drohungen von Amerika oder anderen nicht wichtig. Man fragt nicht nach der Religion des Unterdückten und des Unterdrückers.
Was ist der Grund dafür, dass in den Kämpfen so viele Widerstandskämpfer sterben?
Wenn es in Kaukasien 20 Shuhada (Märtyrer) gibt, hört es die ganze Welt. Aber in Syrien hört man das nicht. Wenn die Kommandeure nicht zwischen den kompetenten Personen ausgewählt werden, wird es noch mehr Shuhada geben. Wenn die Ungläubigen einen Plan haben, hat Allah sicherlich auch einen Plan. Solange unsere Führer und Gelehrten nicht nach dem Quran und der Sunnah leben, werden die Pläne der Ungläubigen weiterhin aufgehen. Wir leben nicht nach den islamischen Vorschriften. Ihre Pläne gehen auf, weil wir nach unseren eigenen Gelüsten leben und uns immer mehr spalten und ständig untereinander bekriegen, anstatt nach dem Quran und der Sunnah zu leben. Auch wenn wir ihre Pläne kennen würden, wird es so weiter gehen, weil die Aufgaben nicht den kompetenten Personen gegeben werden.
Leute aus aller Welt kommen nach Syrien. Gibt es Nachteile aufgrund dessen, dass man so einfach kommen kann?
Leute, die aus aller Welt in die schweren Kriegsgebiete gingen, waren Leute, die es verdient haben. Die Leute, die um Allahs Willen geduldig waren und loszogen, konnte man leicht erkennen. Aber hier ist es sehr schwer zu unterscheiden, wer für Allah und wer für andere Gründe gekommen ist. Die Leute, die wirklich hierhin gekommen sind, um Gutes zu vollbringen, machen sich nach einer Weile erkennbar und bleiben auch hier. Als ich neu hierher gekommen war, habe ich um einen Monat Erlaubnis gebeten, um das Gebiet und die Gruppen kennen zu lernen. Ich habe hier Leute gesehen, die um Allahs willen gekommen sind und auch Leute, die für ihren eigenen Nutzen gekommen sind. Aber die Zeit und der Weitblick der Muslime reichen aus, um das zu erlernen.
Um was kämpfen die Leute, die hier kämpfen?
Der Mujahid gibt sein Versprechen an Allah. In Syrien gibt es sowohl Mujahidin als auch Soldaten. Ein Mujahid überschreitet nicht die Grenzen, die der Islam gezogen hat. Er lebt nach den Regeln des Islams und urteilt danach. Wer aus der islamischen Schariah austritt, kann kein Mujahid sein. Um ein Mujahid zu sein, braucht er außer den Kriegsinformationen auch islamische Informationen und Wissen. Wenn er kein Wissen hat, kann er sowohl Gefangene als auch Kinder töten. Dann ist er ein Mörder. Mein ganzes Leben lang habe ich niemals den Befehl gegeben, Gefangene, Frauen und Kinder zu töten. Während unserer Operation in Durin habe ich den Befehl gegeben, dass die Leute, die flüchten und zu Hause sitzen, nicht beschossen werden sollen und die Sicherheit für ihr Leben und ihren Besitz gewährleistet werden soll.
Wie ist Ihre Beziehung zu ISIS? Sprechen Sie mit Umar Shishani?
Als ISIS neu entstand, haben unsere Gelehrten uns vor ihnen gewarnt. Als sie von uns den Treueschwur verlangt haben, haben wir ihnen gesagt, dass ein islamischer Staat nicht auf diese Weise verkündet wird. Immer wenn wir über ISIS gesprochen haben, haben viele gedacht, dass das Fitnah sei und wollten lieber schweigen. Aber wir sind hierher gekommen, um diesem Volk zu helfen. Solange der "islamische Staat" (den Menschen) nicht die Arme öffnet, ist sie nur namentlich ein islamischer Staat. Wir reden nicht von den Fehlern, denn jeder kann Fehler begehen.
Niemand ist unschuldig, außer diejenigen, die Allah als unschuldig bezeichnet hat. Aber wenn jemandem ein Rat gegeben wird, muss er darauf hören und darf nicht auf seinen Fehlern beharren und sich auf fehlerhafte Taten stützen. Wenn ein Fehler vorhanden ist, so muss man davon ablassen. Ich bin der Kriegskommandeur von Umar Shishani und vielen anderen tschetschenischen Gruppen. Ab und zu haben wir uns alle zusammengesetzt. Mit Umar Shishani haben wir viel geredet, noch bevor er zu ISIS gegangen war. Aber er hat nicht auf die Ratschläge gehört und ist gegangen. Nun rede ich nicht mehr mit ihm.
Der Unterschied zwischen dem Krieg in Syrien und dem Krieg in Tschetschenien
In der Verteidigung von Grozny war der Kampf auf offenem Gelände. Wir haben drei Monate lang auf diese Weise gekämpft. Aber da es auf offenem Gelände war, haben wir bei den Bombardierungen viele Shuhada gehabt. Also haben wir die Strategie geändert und sind in die Berge gegangen. Da es in Tschetschenien solche erfahrenen Kommandeure wie Khattab, Shamil Basajev und Hamzat Galajev gab, haben wir nur geringe Verluste gehabt. In Syrien gibt es nicht viele begabte Kommandeure. Hier wird derjenige, der Geld und Leute hat, zum Kommandeur. Sie möchten nicht, dass die kompetenten Personen die Aufgaben bekommen und verhindern dies mit verschiedenen Intrigen. In Kaukasien waren die Kommandeure bei den Operationen an vorderster Front. Um die anderen Aufgaben haben sich ihre Helfer gekümmert. Hier aber sind die Kommandeure mit Handeln und mit Geld beschäftigt und schicken ihre Helfer zu den Operationen. Deswegen dauert der Krieg hier so lange. Das ist der Grund, warum Allah uns keinen Sieg gibt. Die Kommandeure müssen damit aufhören, sich mit Handeln und mit Geld zu beschäftigen. Diese Aufgaben müssen sie ihren Helfern überlassen und sie selber müssen sich den eigentlichen Bedrohungen widmen.
Ich habe kein Volk gesehen das so viel hilft wie das Volk in der Türkei
"Das türkische Volk hat dem tschetschenischen und auch dem syrischen Volk sehr geholfen. Die Türkei streckt seine (helfende) Hand überall auf der Welt aus. Ich spreche meinen Dank an sie aus und bete für sie. Möge Allah ihre Hilfe akzeptieren. Ich habe kein anderes Land gesehen, das so viel hilft wie die Türkei. Besonders ihre Hilfe an die Kaukasier habe ich persönlich bezeugt. Sie sollen die Ayah "Allah hilft denen, die Jihad machen" niemals vergessen. In der Ayah heißt es; "Kämpft mit eurem Besitz und Leben." Die Türkei (das Volk) war immer an unserer Seite. Wir werden das niemals vergessen."

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