8 Aralık 2015 Salı

Alles was heute geschieht ist eine Fata Morgana

Die Reportage von Prague Watchdog mit Abdul-Malik, einer der Kommandeure der Kavkaz Imarat;

Prague Watchdog: Finden Sie es normal, dass Tschetschenen Tschetschenen umbringen? 

Abdul-Malik:
Wir haben diesen Krieg wirklich niemals gewollt und anfangs haben wir alles dafür getan, um uns davor zu bewahren. Doch die Russen drängen die Kadyrov-Anhänger an die Vorderfront und sie üben Anschläge gegen uns aus. Die Kadyrov-Anhänger tun sich alles an, um die Anerkennung der Russen für sich zu gewinnen. Ich hatte einen Mann, den ich umgebracht habe, gewarnt. Aber er hat nicht gehört; statt dessen begann er, auf uns zu schießen. Sein Cousin befindet sich hier bei uns. Er sagt, dass dieser Polizist sein Leben damit verdient, indem er im Wald gegen die Rebellen kämpft und dass ihn das beinahe stolz macht.

Es gibt keinen Ort, wo wir hingehen können. Und wir haben einen Krieg gegen sie begonnen. Für was? In den Kriegsgebieten stehen wir einem Tschetschenen gegenüber. Mit einer russischen Uniform. Dieser ist ein Russe, nur mit tschetschenischer Herkunft - doch er ist unser Feind. In einer russischen Uniform und mit einem russischen Gewehr in seiner Hand kämpft er gegen sein eigenes Volk und seine eigene Religion. Aus diesem Grund sagt uns unsere Tradition und unsere Religion, dass es unser Auftrag ist, sie zu bekämpfen. Er kann nur durch diesen Weg angehalten werden. Ich wiederhole; wir warnen sie ständig, wir versuchen, sie von ihren Taten abzuhalten.

Vor einem Jahr habe ich diesen Mann darum gebeten, seinen Beruf als Polizist aufzugeben. Und er hat mir eine Antwort geschickt: "Versuche, mich davon abzuhalten!". Aus diesem Grund hat Allah unsere Hände genutzt, um sein Leben zu nehmen. Es ist schwierig, dies von Weitem zu verstehen. Hier bei uns, am Tatort, ist es klar und deutlich. Diese Menschen tyrannisieren uns Tag und Nacht. Deshalb organisieren wir Operationen gegen sie. Wir haben keine andere Wahl. Sie kämpfen genauso wie es die Russen tun, mit russischen Waffen und Fahrzeugen. Wir müssen eine Gegenreaktion zeigen. Jeder, der in einem Krieg mitkämpft, versteht das sehr gut.

Ich möchte gerne erwähnen, dass wir in einer Art und Weise kämpfen, wie es der Islam verlangt und dass wir dabei nicht gegen die Traditionen des tschetschenischen Volkes verstoßen. Sie sind es, die die Verstoße begehen.

PW: Aber du hast ihn nicht in dem Kampfgebiet ermordet, sondern ihn aus seinem Haus gezerrt und erschossen. Ist das mit den islamischen Gesetzen vereinbar? 

Abdul-Malik:
Jeder, der heute ein russisches Gewehr in die Hand nimmt, die Regierung verteidigt und uns beschießt, darf getötet werden. Dies ist unser Anfangspunkt. Er hat viele unserer Menschen erschossen, ich weiß es. Zudem sage ich, dass wir sogar unter diesen Umständen, so wie wir es vorher gehandhabt haben, jeden, der seine Arbeit aufgeben will und zu Hause bleiben möchte, nicht einmal mit den Fingerspitzen berühren werden. Aber auf diejenigen, die uns weiterhin bekriegen werden, werden wir wütender sein, als es die Russen auf sie sind. Sie sind es, die nicht wollen, dass der Krieg endet. Gäbe es sie nicht, so würde der Krieg enden.

PW: Die Häuser der Rebellen werden niedergebrannt, ihre Autos beschädigt und sie (selber) werden unterdrückt. Welche Wirkung hat all das auf eure Leute? 

Abdul-Malik:
Seit zwei Jahren werden unsere Verwandten unterdrückt. Wir tun ihren Verwandten nichts an, wir gehen nur gegen sie selber vor.

Wir bemühen uns für die Gerechtigkeit und für die Verteidigung. All unsere Taten stimmen mit unserer Religion überein. Doch sie setzen unsere Häuser in Brand, bestrafen unsere Schwestern, unsere Mütter und unsere Brüder. So versuchen sie, unseren Glauben zu schwächen und uns zu beeinflussen. Doch wir wissen, dass wir uns auf dem rechten Weg befinden. Sie versuchen über alle Wege, die ihnen gelingen, uns zu schaden. Sie wollen unsere Seelen auslöschen. Wir jedoch werden mit der Erlaubnis Allahs auf dem Wege des Islam bleiben. Wir werden den Islam stärken und verbreiten. Wir glauben daran.

PW: Das zivile Volk ist überwiegend zufrieden mit der Arbeit der Zuständigen. Die Zuständigen bauen Häuser, haben Europas größte Mosche gebaut und erhöhen den Lebenstandard der Menschen. Siehst du keine Änderung, die zur Verbesserung führt? 

Abdul-Malik:
Kadirov hat Tyson nach Tschetschenien gebracht. Dann einige Stars und auch einige Araber. Warum? Diese Möhre betreibt Politik mit dem Schlagstock  Schlage einen Mann, schlage ihn und dann schmeiße ihm ein Stück Brot zu. Er denkt, er könne sich mit den Menschen auf diese Weise verständigen, aber all dies ist nur vorübergehend. Ich schwöre, die Ibadat (=Gottesdienste), die heute erlaubt sind, werden morgen verboten sein. Heute kann niemand in Tschetschenien dem Weg des Propheten (S.A.W) folgen. Junge Menschen beschweren sich bei uns, weil ihnen in ihren Häusern gesagt wird, dass sie nicht in die Moschee gehen sollen. Sie können sogar aus den Moscheen herausgezerrt werden. Alles andere ist nur eine Show... Anders herum, wenn sie wahre Unterstützer des Islam wären, würden wir dann gegen sie sein? Können Sie sich das vorstellen? Natürlich nicht.

Und die gesamten Kosten dieser Show werden von unserem Erdöl finanziert. Die Republik nimmt nicht einmal 10% der Erdöleinnahmen ein. Warum sollten wir also ihre Köder schlucken? Sie beschlagnahmen das ganze Erdöl und werfen uns Spenden zu. Und dann tun sie so, als würde Russland uns versorgen. Das ist nicht wahr. Gäbe es die Mujahidin heute nicht, würden sie uns ,wie sie es im Jahre 1944 taten, verbannen. Das sind Menschen, die unsere Vorfahren unterdrückt haben und nun tun sie das selbe mit uns. Alles, was Kadyrov tut, ist Augendienerei. Es ist so, weil er die Fernsehkanäle und die Nachrichten kontrollieren kann. Und unsere Leute sind willig, dem Erzählten im Fernsehen zu glauben. Niemand, der die Wahrheit explizit ausdrücken könnte, ist in Tschetschenien geblieben. Alles liegt in den Händen der Zuständigen. Selbst die Religion interpretieren sie, wie sie wollen.

Wenn wir einen unabhängigen Staat besitzen würden, so würde unser Erdöl die Kosten eines lebenswerten Lebensstandards finanzieren können. Aus diesem Grund haben wir uns für das Kämpfen entschieden - wir können unseren eigenen Staat besitzen, somit könnten Muslime in Frieden leben. Alles was heute geschieht, ist eine Fata Morgana. Und alles wird vorübergehen... Allah prüft die Muslime.

PW: Dennoch unterstützen sehr viele Tschetschenen die Zuständigen. Das Volk lobt Kadyrov. Vielleicht habt ihr euch von dem Volk distanziert und den Kontakt zu ihnen verloren und habt es noch nicht bemerkt? 

Abdul-Malik:
Ich zitiere einen Hadithausschnitt. Der Sohn von Ali war auf dem Weg nach Irak. Er hat diejenigen, denen er begegnet ist, gefragt: "Was geschieht dort?" Sie haben geantwortet: "Das Herz des irakischen Volkes ist mit dir, aber deren Schwerte wurden gegen dich gerichtet." Was hat das zu bedeuten? Die Herzen des tschetschenischen Volkes sind mit uns. So sagen sie es uns. Sie lieben uns aber ihre Liebe zu uns bleibt in ihren Herzen. Wenn sie dies öffentlich sagen würden, können sie deshalb unterdrückt werden. Sie leben unter harter Unterjochung. Um unterdrückt zu werden genügt es, den Kopf hochzuheben. Aus diesem Grund haben sie Angst. Sie besitzen keine Waffen, sie sind zivil. Was können sie tun? Sie sind gezwungen, zu schweigen. Ich kann ihre Lage nachvollziehen und missbillige sie nicht. Ich lebe hier und sehe alles. Diese Menschen werden wie zu den Zeiten von Stalin unterdrückt. Nichts kann öffentlich gesagt werden. Aber in Wahrheit respektieren und unterstützen sie uns. Wenn es nicht so wäre, würden sich nicht so viele Menschen uns anschließen. Sie kommen zu uns in Scharen. Sie sehen die Ungerechtigkeit der Zuständigen und kommen zu uns. Doch wenn irgendjemand von ihnen sagt, er unterstütze uns, so würde er sich morgen in einem Keller bei Hosi Yurt vorfinden und dort gefoltert werden.

PW: Wer führt heute den Krieg? Was für Menschen und wie viele von ihnen gibt es - wie sieht es mit ihrem Alter, ihrer sozialen Lage, ihrem Bildungsstand aus? Wie sieht ein Rebell aus? 

Abdul-Malik:
Ich kann nur von mir sprechen. Vor zwei Jahren bin ich aus Österreich hier hergekommen. Ich hatte dort ein gutes Leben und wollte nichts haben. Aber nachdem ich vieles bemerkt habe, habe ich alles zurückgelassen und bin zurückgekehrt. Auch wenn die Menschen es nicht glauben, es gibt eine hohe Anzahl an Mujahidin. Sie glauben an Allah in einer aufrichtigen Weise. Und die Behauptung, sie seien um des Geldes wegen hergekommen, ist schlichtweg gelogen. Kann jemand Geld verdienen, indem er stirbt? Wenn ich heute sterbe, warum sollte ich Geld benötigen? Wenn ich vor Allah stehe, wird mir mein Geld nicht helfen. Nur meine guten Taten werden mir helfen.

Wenn ich Geld verdienen wollen würde, würde ich dafür andere Wege in Betracht ziehen. Außerdem ist die Erde groß, du kannst überall leben. Aber dies gleicht nicht dem Leben, nachdem wir suchen. Wir wollen für unsere Akhira Allahs Wohlgefallen erlangen. Wir wollen den Islam stärken. Die Taten, die wir heute vollbringen, werden uns morgen behilflich sein. Weshalb? Wenn heute der Sieg unser wird, dann werden die Muslime frei sein. Sie werden ihre Pflichten ihrem Glauben entsprechend praktizieren können. Jeder Mensch wird seine Rechte, die ihm Allah gegeben hat, bekommen. Und wir werden auf Allahs Wege sterben. Allah wird uns Jannah geben. Daran glauben wir. In sha Allah. Menschen mit sozialen und finanziellen Problemen werden nicht zu uns kommen. Sie werden sich den Munafiqun (=die Heuchler) unterwerfen. Und sie werden einen Weg finden, um ihre Probleme zu lösen. Doch wir versuchen, die Güte Allahs zu erlangen. Mit Allahs Erlaubnis werden wir sie (Seine Güte) finden. Allah gibt jedem das, was er sucht.

Allah sagt, dass niemand, der auf Seinem Wege ist, ohne Belohnung verbleiben wird - entweder wird der Sieg seins oder er wird nach seinem Tod mit dem Paradies (Jannah) belohnt werden. Wir haben die Wahl. Wenn wir siegen, werden wir offen für die Muslime sein. Wir werden in ihren Augen keine Schuldigen sein. Wenn es Schuldige unter uns geben sollte, haben wir die Macht dazu, sie aufzuhalten. Und wir werden nicht zulassen, dass sie (=die Schuldigen) sich gegenüber den Anderen teuflisch verhalten. Wir werden für Gerechtigkeit sein. Bei dem ersten Krieg haben wir viele Unstimmigkeiten durch den Qiyas (Vergleich) gelöst. Und sie werden weiterhin gelöst. Es sollte nicht vergessen werden, dass wir in jeder Minute bis zum Tod, aufrecht bleiben werden.

Über unsere Reihen werde ich Folgendes sagen: Unter uns befinden sich Jüngere und Ältere, Ärzte, Bauarbeiter, Fakultäts- und Universitätsabsolventen. Wir haben Programme über Islamische Projekte und über internationale Beziehungen. Wir wissen, was wir wollen. Ich bin 30 Jahre alt. Eine gute Zeit zum Leben. Aber diese Zeit, die beste Zeit meines Lebens, habe ich Allah und dem Verstärken Seines Wortes gewidmet. Allah wird mich nicht im Stich lassen! Ich glaube daran!

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